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  • AutorenbildAnni Tille

Beginnen Wir beim "Ich" ...

Aktualisiert: 29. Sept.

Vortrag - Alexander Poraj - Symposium Psychotherapie September 2020

"Alles ist Energie"










Energie

○ Energeia (Aristoteles) als Wirklichkeit, die eine Möglichkeit in Erscheinung bringt

Wer oder Was macht aus dieser Möglichkeit Wirklichkeit?

○ Alles ist Energie in bestimmten Zustand

Wenn Alles Energie ist, dann sind wir es auch ~ sind wir es, können wir es nicht objektivieren

○ Energie als Phänomen dem wir uns annähern, welches wir jedoch in seiner Vollumfänglichkeit nicht erfassen ~ wir erfahren bestimmte Erscheinungen (Nicht so tun, als wüssten wir was Energie ganz genau ist.)

○ bestimmtes Denken & Empfinden hat bestimmte Schwingung, ebenso wie Haltung des Gegenwärtigseins


"Ich" & Leid

○ "Ich beobachte mich." setzt 2 "Ichs" voraus

○ Wir brauchen etwas, von dem wir glauben das wir es sind o. haben um uns sicher zu fühlen

Buddhas Interesse sehr pragmatisch: "Wie überwinde ich das Leiden?" bei der Voraussetzung das alles Leiden ist ~ Verweis: 1. Hauptsatz Thermodynamik: Energie kann in thermodynamischen Systemen weder erschaffen, noch vernichtet, sondern nur ineinander umgewandelt werden.

Leiden ≠ Schmerzhaftes/Unangenehmes, sondern als Zustand der sich einstellt, wenn das was ich gerne hätte nicht mit dem übereinstimmt, was ist.

○ Aufhebung des Leidens nicht immer gleichbedeutend mit Aufhebung des Schmerzes

○ Wenn von Leiden die Rede ist, sind wir oft so konditioniert, das wir sehr schnell schauen/handeln damit Unangenehmes verschwindet (im Umfeld/in Uns), weil wir Leiden mit Schmerz verwechseln

○ Wir leiden weil wir uns Irren in der Annahme von dem was ist & dem was wir selber sind - ein "fixes Ich" / eine "fixe Wirklichkeit" (Vgl.: Unwissenheit/Verblendung - Buddhismus)


Perspektivwechsel & Wirklichkeit

○ INTERESSANTER PERSPEKTIVWECHSEL: von "Wie verschwindet Leid?" zu "Wer ist es, der leidet?"~ Wir setzen uns immer oft schon als gegeben voraus. ~ "Wie entsteht überhaupt der, der leidet?"

Beschäftigung & Einsicht von der Beschaffenheit der Wirklichkeit mit u.v.a. der Ich-Perspektive (u.a. Buddhismus)

Was ist, wenn wir uns anders bzw. nicht voraussetzen? ---> "Ich" als wechselseitig bedingtes Entstehen

○ "Ich"als Erziehungsprodukt + daraus folgt Kreation einer bestimmten Wirklichkeit (Energeia)

○ Wirklichkeit hat etwas sehr direktes damit zu tun, wer Sie erzeugt ~ Wirklichkeit als unmittelbares Ergebnis der Wahrnehmung selbst

○ Wirklichkeit ≠ objektiv, dann müsste das Subjekt fix sein (ist es möglicherweise nicht)

○ Wir bedingen uns wechselseitigen im ständigen Entstehen

○ "Ich bin:" folgt Vorstellung/Identifikation mit etwas + Wollen das uns Umgebung für etwas hält, von dem wir denken das wir es sind + uns dafür wertschätzen

○ Wir suchen nach "Ich"- Stabilität und gehen zu Menschen/Therapeuten die uns in dieser unterstützen

○ Hilfreich das es den Mechanismus der Identitätsbildung gibt - wenn nicht/sehr instabil vorhanden, Rätsel im psychiatrischen Sinne

aus Wunder der komplexen Identitätsbildung kreieren wir unzählige zusätzliche Wirklichkeiten & Identitäten die dieser Identität hilft & sich bedingen

○ Fähigkeit des Bewusstseins unterschiedliche Identitäten zu kreieren


"Ich", "Erwachen" & Spiritualität

○ Das "Ich" sitzt auf dem Kissen & sucht nach der Erfahrung der Unendlichkeit um Sie sich dann einzuverleiben & zu sagen "Ich bins." ~ "Ich" kann nicht erwachen & braucht es auch nicht

○ Die wirklich durchlebte Erfahrung von Nicht-Etwas-Sein wird in diesem Kontext "Erwachen" genannt. ~ Erwachen ereignet sich gerade im/vor dem Nicht-Zustandekommen einer Ich-Perspektive und ist dann nur wie ein Blick durch ein kleines Schilfrohr ins Universum

○ Wir können nicht nach dieser Perspektive fragen, weil wir immer schon diese Perspektive sind

○ Spiritueller Weg = Nicht-Weg ~ Nirvana ≠ Ziel, sondern Haltung, welche wir praktizieren

○ oft üben wir uns in Besserwerden; das etwas angenehmer wird, mit dem Ziel erleuchtet zu werden ≠ Spiritualität / spirituelle Übung als Perspektivwechsel

Wir stehen bei vielen Dingen nicht vor Klarheit, sondern vor Geheimnis ~ wir werden vermutlich das tiefste Geheimnis des Lebens nicht lüften


ZaZen & ...

○ ZaZen Haltung als Perspektive, die all die Haltungen von gut/schön/besser nicht aktiviert

○ Du sitzt beim Sitzen - verkörperst den unmittelbaren Augenblick

○ Nicht-Urteilen als Stille des mentalen Geistes - keine Moralvorstellung: "Nicht-Urteilen" ist besser als Urteilen = selbe Kiste ~ Urteilen = Basisbaustein für Identitätsbildung

○ Ablehnung/ Zuneigung als ständige Form der lebendigen Kreation des Ich - Gefühls --> hier setzt ZaZen an

○ Nicht-Wissen warum es das ganze überhaupt gibt ~ Wir können Spüren & Wissen, das es bestimmte Arten von Annahmen/Haltungen gibt, deren Ergebnis Leiden ist

Grundproblem liegt im Irrtum/der Unwissenheit in der Annahme dessen, was Wirklichkeit ist

○ Sitzen mit offener Hüfte = Verletzbarer sein, viszerales Zentrum offener & weniger im Widerstand für das, was ist + Meditation an ruhigen Orten wo Einflüsse von Außen abgeschwächter (Bezug Gelübte damit System ruhiger wird)

wichtiger Moment für die Kreation einer Eigenschaft könnte darin bestehen, das komplexes System empfindlich ist

○ Angst = Enge + es kommt zum Gefühl von Außen & Innen (nicht Tatsache) --> wichtig bei Angst "Kann System unterscheiden ob ich mir etwas vorstelle/es tatsächlich stattfindet?"

○ Bsp.: Floating (Wasser, 36 Grad, Dunkelheit, Schlafzustand) hier Möglichkeit der Erfahrung von Entgrenztheit möglich, das es in diesem Moment kaum Art von Berührung/Interaktion gibt

bei jeglicher Art von Berührung/Interaktion beginnt sich Identität zu schaffen

ganz schlimme/schöne Arten von Berührungen/Interaktionen schaffen eine emotionale Prägung (z.Bsp. in Form von Erinnerungen)

Impuls von Identitätsbildung unvermeidlich, da wir die ganze Zeit in Austausch/Interaktion sind - System merkt sich wie es ist & beginnt sich im Laufe der Zeit mit best. Haltungen/Zuständen zu identifizieren (Verweis auch: diskursives Denken; Selbstbezogenheit)

○ Das was wir wissen = Minimum gegenüber was System erinnert

Wir erfahren immer mehr, wie sehr wir das Ergebnis von Allem sind* - deshalb. vermutlich nicht so einfach zu sagen man hat (immer) die Wahl

○ Mittlerweile viele therapeutische erfolgreiche Ansätze, die damit arbeiten, das wir uns dieser Dimension* aussetzen und erfahren das es Etwas gibt, was das Ganze zulassen & als Ereignis halten kann - das bin aber nicht Ich

○ Ich ist eigentlich zu flüchtig um alles persönlich zu nehmen ;)

Das Ich kann nicht gegenwärtig sein ~ "Ich" ist das Management der Vergangenheit auf eine gewünschte Zukunft hin, innerhalb der Eigenschaft ( Eigenschaft als das Ich hat sich etwas zu eigen gemacht - Meister Eckhart)

○ Wenn "Ich" flüchtig ist, dann ist jeder Moment etwas zu verbessern o. weg haben zu wollen seine Kreation

Haltung des unmittelbaren Soseins in mitten von dem was ist, ist nichts was man macht, sondern eher das man aufhört alles mögliche zu tun ~ Einverstandensein mit allem was wir jetzt gerade in dem Moment sind, fühlen, sehen, denken & tun

○ Wir trauen nicht dem Augenblick - "Das Es ist." - wir glauben immer das es besser sein könnte

○ Haltung der Akzeptanz von Allem was ist = identisch mit der Haltung des völligen Loslassen - da ist keiner der etwas akzeptiert/loslassen wenn wir das Sosein erfahren wollen

○ Es ist möglicherweise anstrengend für uns immer einfach nur Da zu sein, weil die Gewohnheit der Identität(sbildung) leichter ist --> Abweichung v. Gewohnheit wird als Kraftakt bzw. Bedrohung empfunden --> an sich/im Nachhinein "einfach", im Vorhinein anspruchsvoller

○ ZaZen/Buddhismus kann ein kleines menschenmögliches Entdecken/Gewahrwerden von dem großen Geheimnis des Lebens was ist anbieten - nicht ein Erreichen von...

○ Entdeckung des Nicht-Zweiseins des Ganzen als geheimnisvoller Zustand des Lebens, dessen Ausdruck wir sind & immer auch teilhaben

ohne diesen Gesamtzusammenhang ein bisschen geschmeckt zu haben, verlieren wir uns in unseren Rollen & leiden, da Trennung an sich Leiden ist

Dualismus/Trennung ≠ Tatsache, sondern Annahme aus dem Moment der Selbstbehauptung resultierend, die irrtümlicherweise glaubt sich auf etwas Fixes beziehen zu können


Wirklichkeit ist ein offenes, heiliges, riesiges Wunder.



Links

Benediktushof Holzkirchen: https://www.benediktushof-holzkirchen.de

Ort zum praktizieren von ZaZen in Leipzig: https://www.zenlableipzig.de



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